So entern Sie den Realitätstunnel Ihrer Wunschkunden

„Du kommst hier nicht rein! Mein Weltbild ist geschützt“
So entern Sie den Realitätstunnel Ihres Wunschkunden.

Wozu wir unseren Realitätstunnel brauchen, wie er uns weiter bringt, wie er uns einengt, wie wir ausbrechen, und wie wir in die Realitätstunnel unserer Zielgruppe herein kommen.

Beitrag im Rahmen von:
Die Zukunft der PR – Blogparade
Initiator: Adenion
Blogparade:
Zukunft der PR

Plattform

Heute stöberte ich auf meiner Startseite von XING und  fand einen interessanten Aufruf.
Ich fand ihn, weil meine Startseite so konfiguriert ist, dass sie mir nur Themen anzeigt, die für mich relevant sind.
XING ist eine Business Plattform. Die meisten Personen, die dort etwas veröffentlichen, haben etwas zu verkaufen, sei es ein Produkt, eine Dienstleistung, die eigene Arbeitskraft oder Know How.
Trotzdem gibt es bei XING nicht nur platte Werbung und Selbstbeweihräucherung.
Man tauscht sich aus, gibt sich Tipps, unterstützt sich.
Man verschenkt jede Menge Wissen an Kontakte, potentielle Kunden, Fremde und Mitbewerber.

Warum Geschenke ?

Man versucht, sich der Öffentlichkeit als Experte für sein Fachgebiet zu positionieren.
Man will hilfreich sein.
Das Kalkül:
Die Menschen auf dieser Plattform sollen erkennen, dass der Schenkende DER Experte für ihr Problem ist. Sie sollen neugierig werden und auf seine Webseite kommen.
Sie sollen ihn kennen lernen, Vertrauen fassen.
Eines Tages sollen sie kaufen oder weiter empfehlen, am Besten beides.

Blogparade: Win win win

Meine XING Startseite zeigt mir vor Allem Neuigkeiten zu den Themen Musik, Hotels und Marketing.
Bei meinen Marketingthemen stieß ich auf den Aufruf zur Blogparade: Zukunft der PR von Adenion.

Blogparaden sind extrem spannend:
der Suchende findet hier nicht nur eine Sammlung von verschiedenen Fachartikeln zu seinem Thema, sondern gleich die Blogs der teilnehmenden Autoren mit vielen weiteren Fachartikeln, weiterführenden Links, Inspirationen, Erkenntnissen und Angeboten.

Die teilnehmenden Autoren finden einen Platz für Ihren Artikel in einer fachspezifischen Umgebung und dürfen auf große Aufmerksamkeit ihrer Zielgruppe hoffen.
Eine Blogparade wird promotet. Auf dem Blog des Initiators, in Social Media, wie XING, Facebook, Pinterest und Instagram … auf den Blogs der teilnehmenden Autoren und fast überall dort, wo sich die Zielgruppen des Initiators sowie der teilnehmenden Autoren online informieren.
Deshalb erschließt eine solche Blogparade auch die Schnittmengen der verschiedenen Zielgruppen der Autoren für alle Teilnehmer und den Initiator.
So haben alle etwas davon: Die Leser, die Autoren und der Initiator.

Wer kann teilnehmen?

Grundsätzlich können alle Menschen, die etwas zum Thema zu sagen haben und einen Blog betreiben an Blogparaden teilnehmen.
Einen Blog zu betreiben ist technisch sehr einfach und preiswert.
Die einzige wirkliche Hürde ist also, inhaltlich etwas Relevantes zum Thema beisteuern zu können, ein Experte zu sein.

Wer ist Experte?

Ich las verschiedentlich den ernstgemeinten Rat, dass jeder, der zwei Bücher zu einem Thema gelesen habe, mehr zu diesem Thema wisse als 90% der restlichen Menschheit und daher schon Experte sei.
Bei solchen Ratgebern liest man auch den Tipp, man müsse sich nur als Experte positionieren, dann werde man schon reich.
Offenbar haben die oben genannten Ratgeber ein oder zwei gute Werke wirklich gelesen, denn auch in sehr guten Büchern wird empfohlen, sich als Experte zu positionieren.

Es funktioniert.

Nicht zuletzt deshalb gibt es Fachbücher, die gab es immer schon.
Früher musste man dafür einen Verlag finden und sehr viel Aufwand betreiben.
Verlage hatten und haben gewisse Vorstellungen davon, ab wann jemand als Experte gelten kann.
Er brauchte eine überzeugende Vita und möglichst akademische Titel.
Ein Fachbuch zu veröffentlichen ist eine hervorragende verkaufsfördernde Maßnahme.
Allein die Tatsache, dass jemand Fachbücher schreibt, überzeugt.
Vom Kunden werden diese Bücher nicht unbedingt gelesen, aber bemerkt.

Edel sei der Mensch, hilfreich das Buch.

Hilfreich ist das Buch sowohl für den Leser als auch für den Autor.
Die Bezeichnung „Fachbuchautor“ adelt die Person desjenigen, der seine Botschaft anbringen möchte und gibt ihm einen Vertrauensbonus.
Der Kleine Bruder des Fachbuches ist der selbst geschriebene Artikel in einer Fachzeitschrift.
Heute gibt es Artikel und Artikelserien auf eigenen Blogs, Gastartikel auf befreundeten Blogs, und eben Blogparaden und ähnliche Formate, s.u.

Earned Media

Etwas qualitativ Anderes ist oder war der Bericht eines unabhängigen Journalisten in der Presse.
Diese Inhalte, die man sich verdient hat, werden Earned Media genannt. Es flößt Respekt ein, wenn ein Journalist einen Menschen oder ein Unternehmen für würdig hält, positiv darüber zu berichten.
Wer häufig in der Presse erwähnt wird, muss irgendwie wichtig sein.
Dem Journalisten wird vertraut.
Heute ist die strikte Trennung von Werbung und redaktionellen Inhalten aufgeweicht, was zu massivem Vertrauensverlust den Medien gegenüber führt.(Native Advertising und Product Placement)

Earned Media mit großem Vertrauensbonus gibt es immer noch. Heute sind das vor Allem Links und Zitate auf anderen Blogs und Foren, sowie authentische Nutzerberichte und Bewertungen.
Besonders auch Content, der von Fans erstellt wird, wie zum Beispiel der Cartoon von Holli, einem Fan der Charme-Mäleons, die mit Ihrer Zeichnung kostenlos Werbung in der Zeitung für unsere Musical Dinner Show machte. Danke, Holly! Wir haben uns sehr gefreut!

Immer noch genießen diese Inhalte großes Vertrauen, obwohl auch hier mittlerweile gefälscht und gekauft wird.
Deshalb spielt die Reputation des Multiplikators eine große Rolle.

Public ist nicht mehr Press

Als die morgendliche Zeitung noch das Informationsmedium schlechthin war, war Publik Relations fast gleichbedeutend mit Press Relations.
Die Zeitungen sterben, aber heute ist es viel leichter, selbst Inhalte zu veröffentlichen.
Das Internet macht es möglich.
Jeder schreibt, spricht, fotografiert, filmt und veröffentlicht.
Wem es gelingt, unterhaltend zu informieren und Besucherströme auf seine Veröffentlichungen zu lenken, hat echte Medienmacht.
Er kann Produkte und Dienstleistungen verkaufen oder auch seine Medienmacht an sich, indem er Werbeplätze vermarktet.
Das gelingt auch sehr jungen Menschen vor Allem mit Videos auf YouTube und ähnlichen Plattformen.

Das bedeutet für die Zukunft der PR:

Teenies, Nerds, klassische Journalisten, Blogger, Akademiker und echte sowie halbgare Experten für alle Lebens- und Geschäftsbereiche fluten das Internet mit Beiträgen aller Art.

Der Internet Surfer hat eine riesige Auswahl an Texten, Bildern, Videos, Whitepapern, Checklisten, Kursen, Newslettern.
Sie bieten ihm Unterhaltung, Bildung, Information, und praktische Tipps und Angebote für die Lösung seines dringendsten Problems.

Die Genre Grenzen verschwimmen. Alles kann für jeden Zweck eingesetzt werden. Nüchterne Statistiken untermauern die Glaubwürdigkeit gut recherchierter journalistischer Artikel, die akribisch von Werbeaussagen befreit wurden, um den Expertenstatus des Autors zu festigen.
Der ganze Aufwand dient dazu, den User vorzubereiten, um ihm später ein Produkt oder eine Dienstleistung verkaufen zu können.

Um einem Shitstorm vorzubeugen sei ausdrücklich gesagt:
Es gibt auch heute noch ehrenwerte, ehrliche, hart und sauber arbeitende Journalisten, die nichts weiter wollen, als informieren.

Darf man das?

Darf man für die teils sehr umfangreiche journalistische Arbeit Geld verlangen?
Bezahlt da draußen noch jemand direkt für ehrenvolle journalistische Arbeit?
Ist es legitim, seine Recherche- und Schreibarbeit mit anderen Produkten zu refinanzieren?
Ist es legitim, gute, nützliche Texte zu schreiben, mit dem Hintergedanken, später seine Produkte an den Mann und an die Frau zu bringen?
Welchen Ehrencodex brauchen wir, um Werbung von unabhängigem Journalismus und von Manipulation unterscheiden zu können?

Alle machen Alles

So leicht es geworden ist, Inhalte zu veröffentlichen, so schwierig ist es geworden, die Adressaten in den riesigen Weiten des Internets zu treffen und ihre Aufmerksamkeit zu erlangen und zu halten.

Die Rolle des klassischen Journalisten als Beeinflusser und Verteiler haben zum Teil Andere übernommen. Es sind Menschen, die gleichzeitig verschiedene Rollen ausfüllen. Sie sind Blogger, Kunden, Unternehmer und Kritiker, Meinungsbildner, Verteiler und Leser in einer Person.

Die Hierarchien sind flacher geworden. Akademische Titel verlieren an Autorität. Berufsjournalisten sind nur noch eine unter mehreren Gruppen, die journalistische Beiträge anbieten.
Beachtet wird, was Nutzen bringt und unterhält.
Die Qualität der Beiträge reicht von unterirdisch bis exzellent.
Die Quantität ist gigantisch und wächst mit jeder Sekunde.

Vertrauen

Sich als Blogger das Vertrauen der Leser zu erarbeiten erfordert einen hohen Qualitätsstandart und viel Geduld.
Wer es geschafft hat, bei dem festigt gerade diese Tatsache das Vertrauen der Leserschaft noch, denn Vertrauen ist das größte Kapital des Bloggers und es wäre unternehmerischer Irrsinn, dieses größte und oft einzige Kapital für einen kurzfristigen Gewinn aufs Spiel zu setzen.
Daher sind etablierte Blogger sehr wertvolle Meinungsbildner und Multiplikatoren.

Wie PR mit Bloggern umgehen sollte,
hat die Agentur achtung! GmbH
in Ihrem Kodex veröffentlicht.
http://de.slideshare.net/achtung_kommunikation
Die Agentur ad publica veröffentlichte eine Studie zum PR-Ehrenkodex Code de Lisbonne:
http://www.adpublica.com/de/news-stories/ad-publica/vierte-studie-zum-code-de-lisbonne/

Lesen sie dazu auch meinen Beitrag User Storys durch Influencer Marketing: Gefahr und Gewinn

Wegweiser

Wie und wo finde ich als Internetsurfer die hochwertigen Inhalte, die ich möchte?

Suchmaschinen wie Google feilen ständig an ihren Algorithmen, um dem User die relevantesten Ergebnisse zu präsentieren und dirty SEO Tricks unwirksam zu machen.
Portale und Shops lernen aus den Interessen des Users und bieten ihm eine vorgefilterte Auswahl an.
Werbetreibende verwenden Targeting um Ihre Werbung gezielt in relevantem Zusammenhang, (Content-Targeting), in bestimmtn Regionen (Geotargeting), oder sogar nur an bestimmte Einkommens- oder Altersklassen (soziodemographisches Targeting) anzeigen zu lassen, oder ihre Bestandskunden oder Kaufabbrecher damit zu „verfolgen“(Retargeting).

Realitätstunnel

Meine Startseiten auf auf meinen Social Media Portalen zeigen mir meinen eigenen, selbst gestalteten Realitätstunnel.
Meine Kontakte, meine Gruppen, meine News Portale.
Was ich selbst als Interessen angegeben habe, wird mir gezeigt. Alles Andere bleibt außen vor.

Maschinen filtern für mich anhand meiner bisherigen Aktivitäten und meiner Angaben und selbst gewählten Einstellungen, was mich interessieren könnte. Was mich interessieren soll?
Der Mensch verkommt zur Zielperson.
Viele Menschen informieren sich ausschließlich über das Internet.
Themen, die außerhalb ihres Interessenkreises liegen, berühren sie nicht mehr.
Sie werden nicht angezeigt.
Sie verschwinden aus der wahrgenommenen Realität.
Auch reale Personen, Institutionen und Unternehmen, die sich mit anderen Themen befassen, werden weitgehend ausgeblendet.
Der Tunnelblick sorgt dafür, dass sich das einmal gewählte Weltbild beständig vertieft und verfestigt. Der Realitätstunnel wird immer enger und tiefer.
Wie hartnäckig unser Gehirn sein Weltbild verteidigt, beschreibt sehr unterhaltsam und informativ der Comic http://theoatmeal.com/comics/believe    (rein schauen lohnt sich!)
Problemlösungen werden nur innerhalb des eigenen Tunnels gesucht und gefunden.

Das Keyword

Sie können so laut brüllen oder so interessante Inhalte und Angebote liefern liefern, wie Sie wollen.
Wenn Jemand nur nach „Süßigkeiten“ sucht, während Sie von „Bonbons und Schokolade“ sprechen, werden Sie beide sich über die bisherigen Suchmaschinen nicht treffen.
Maschinen sind eben dumm, aber nicht mehr lange.
Die Suchmaschinen arbeiten daran, Webseiten auch dann für einen Suchbegriff bereit zu stellen, wenn das Suchwort nicht exakt dem Wortlaut auf der Webseite entspricht, aber doch inhaltlich passt.

Der Ausbruch

Unendliche Fülle der Inspiration.
So nützlich es sein kann, sich auf einige Themenkreise zu fokussieren, so sehr sehnen wir uns gleichzeitig auch nach der persönlichen und beruflichen Erweiterung unseres Horizonts.
Theoretisch könnte ich im Internet alles finden.
Praktisch finde ich fast nur das, was ich suche.
Wie kann ich etwas suchen, das jenseits meines Horizontes, außerhalb meines Realitätstunnels liegt?
„Was suchen Sie, Herr Kommissar?“ „Das sage ich Ihnen, wenn ich es gefunden habe!“

Was bedeutet das für die Zukunft der PR?

Wer PR betreiben möchte, muss einen Weg in die Realitätstunnel seiner Zielpersonen finden.
Er muss die Interessen seines Adressaten kennen und seine Sprache verwenden. Nicht, um sich anzubiedern, sondern um mit seiner Botschaft Einlass in die Welt seiner potentiellen Kunden zu erlangen.

Auch dafür sind Blogparaden gut.
Ausgehend von einem Thema, das mich interessiert, weil es in meiner Welt vorkommt, finde ich als Leser Autoren, die sich aus ganz unterschiedlichen Blickrichtungen mit meinem Themenkomplex befassen.
Gefällt mir ein Artikel, lese ich den Blog des Autors.
Dabei kann es passieren, dass ich völlig neue Welten entdecke und sogar Lösungen für Probleme finde, die mir bis dahin noch gar nicht bewusst waren.
Deshalb werden Formate wie Blogparaden, weiter an Bedeutung zunehmen.

In die selbe Richtung gehen (E-)Fachbücher verschiedener Autoren und Sammelbände, Sammlungen von Videos und Podcasts zu einem Thema auf einem Kanal, Webinare mit verschiedenen Autoren,
und so weiter.

Der Herausgeber solcher Sammlungen von Fachwissen, gleich auf welchen Kanälen, profitiert ähnlich wie der klassische Herausgeber eines Fachbuch. Mit der Reputation der teilnehmenden Autoren steigt auch sein eigenes Ansehen, sowie seine Reichweite.(s.o.)

Wer wo was?

Um möglichst viele potenzielle neue Interessenten anzusprechen, sollte man sich klar machen, dass die eigene Zielgruppe aus Menschen besteht, die in unterschiedlichen Lebenssituationen unterschiedliche Inhalte auf verschiedenen Kanälen konsumieren.
Wer heute ein Fachbuch über Medizintechnik liest, schaut morgen vielleicht ein unterhaltsames Video zum Thema Skiurlaub an, sucht im Netz nach Event Ideen für sein Betriebsfest und nach einem Geschenk für seinen Hochzeitstag. Schließlich tauscht er sich auf einem sozialen Netzwerk über sein Haustier aus, kommentiert auf einem Kultur Blog einen Artikel über Philosophie und Medizingeschichte, und informiert sich auf einem anderen sozialen Netzwerk über die Auswirkungen der aktuellen Politik auf seine Branche.

Kann und muss man als PR Verantwortlicher überall dabei sein?

Um sich nicht zu verzetteln, hilft ein Kundenavatar.
Dieser ist die auf Fakten, Analysen und Zielen basierende fiktive Idealfigur, die den eigenen Zielkunden repräsentiert.

Zusammenfassung:

Jeder kann alles schreiben, lesen, kommentieren, verbreiten.
Journalisten haben ihre Funktion, zu entscheiden, was der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden soll, verloren.
Deshalb ist Publik Relations nicht mehr gleich Press Relations.
Es besteht großer Bedarf und ein riesiges Angebot an Unterhaltung und Information.
Die Bündelung der Interessen hilft den Internet Surfern, relevante Inhalte zu finden.
Der Ausbruch aus unseren durch die Bündelung entstandenen Realitätstunneln entspricht unserer Sehnsucht nach Horizont Erweiterung.
Wer PR betreiben möchte, muss einen Weg in die Realität seiner Zielpersonen finden, auch und gerade wenn die Angesprochenen das Thema der PR Aktion noch nicht priorisiert haben.
Ein guter Weg in die Realitätstunnel der Zielgruppe sind Sammlungen von Beiträgen verschiedener Autoren mit unterschiedlichem Hintergrund und Blickwinkel zu einem Thema.
Um abzuschätzen, ob sich der Aufwand einer Publikation zu einem Thema lohnt, hilft der Kunden Avatar.

Haben Sie schon einmal oder öfter an einer Blogparade oder ähnlichem Teilgenommen?
Hier können sie darüber berichten und verlinken.
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